Donnerstag, 29. Januar 2009

Haben Sie was getrunken?

Der Polizeibeamte blickte streng durchs Seitenfenster: "Haben Sie was getrunken?" Jochen entschied sich, ehrlich zu bleiben. Das war auch nicht schwer: "Eine Cola. Nach dem Mittagessen einen Espresso." Jochen wollte fragen, ob er zeitlich weiter zurückgehen soll.

Darauf legte der Polizist jedoch keinen Wert. "Ich rieche was anderes", erklärte er., "wir machen auf der Wache einen Atemtest." Jochen musste im Streifenwagen Platz nehmen. Auf dem Revier ließ man ihn dann in ein Röhrchen pusten.

Ein blinkender Kasten, mit dem der Schlauch verbunden war, spuckte einen Datenzettel aus: "0,0". Jochen bekam seine Papiere anstandslos zurück.

Die drei Kilometer zum Auto musste er allerdings zu Fuß gehen. Für die Rückfahrt fühlte sich der sichtlich enttäuschte Polizist nämlich nicht verantwortlich.

Mittwoch, 28. Januar 2009

In die Kaffekasse

"Service fällig." Die Leuchtanzeige war nicht mehr aus zu kriegen. Jochen blieb nichts anderes übrig, als im Autohaus anzurufen. Dabei gab er seiner leichten Verwunderung Ausdruck. Immerhin lag die letzte Inspektion gerade acht Wochen zurück. Sonderlich viele Kilometer war Jochen nicht gefahren.

"Das ist keine große Sache, aber es muss gemacht werden", lautete die Antwort. Rund 150 Euro sollte Jochen kalkulieren. "Dann haben Sie erst mal Ruhe." Irgendwie kam Jochen das spanisch vor. Er fuhr zu einer freien Werkstatt; ein Freund hatte sie als kompetent empfohlen.

"Ein Programmierfehler ab Werk", sagte ihm der Meister. "Wenn Sie die letzte Wartung gemacht haben, können Sie das angezeigte Intervall überspringen." Mit ein paar Mausklicks schaltete der Meister die Anzeige ab. Gekostet hätte das Jochen nichts. Er spendete trotzdem 20 Euro in die Kaffeekasse.

Dienstag, 27. Januar 2009

Fast nicht eingeliefert

Die Schalterbeamtin auf der Post schaute das große Kuvert misstrauisch an. "Das kann ich aber nicht als Brief einliefern." Peter war es eigentlich egal, als was die Unterlagen verschickt wurden. Hauptsache, sie gingen auf den Weg.

"Wie wäre es denn als Päckchen?" half Peter der Dame auf die Sprünge. "Nein, für ein Päckchen ist es zu flach." Peter gab nicht auf. "Dann eben als Paket. Kann ruhig etwas mehr kosten." Aber auch das sollte nicht möglich sein. "Für ein Paket ist es auch zu flach."

Jetzt mischte sich der Mann am Schalter nebenan ein. "Rosemarie, Pakete dürfen so dünn sein, wie sie wollen", erklärte er. "Nur Päckchen müssen mindestens einen Zentimeter hoch sein." Zwei Minuten später war das Paket abgefertigt. Peter wird sich den Mann merken. Bei so einem Experten lohnt es sich sogar, etwas länger in der Schlange zu stehen.

Montag, 26. Januar 2009

Wartezimmer-TV

Kerstin hat den Zahnarzt gewechselt. Bisher war sie bei einem älteren Herrn. Kompetent und freundlich, aber nur zwischen 8.30 und 17.00 Uhr im Dienst. Nicht vereinbar mit Kerstins Arbeitszeiten. Kerstin hat deshalb eine moderne Großpraxis gewählt. Sprechstunden bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag ebenfalls geöffnet.

Außerdem ist der Laden bestens organisiert. Kerstin musste beim letzten Termin nur 15 Minuten warten. Dabei hätte sie klaglos länger ausgeharrt. Auf dem Riesen-Bildschirm im Wartezimmer lief nämlich "Ratatouille". Auch andere Patienten konnten sich kaum losreißen.

Was der Sprechstundenhilfe nicht entging. "Wenn Sie möchten", erklärte die, "können Sie den aktuellen Film nach der Behandlung als DVD erwerben. Zum Sonderpreis von fünf Euro."

Kerstin griff gleich zu und schaute sich den Film zu Hause in Ruhe an. Sie ist schon jetzt gespannt, was es demnächst in der Praxis zu sehen gibt. Nebenbei scheint der Zahnarztbesuch nur noch halb so unangenehm. Ganz schön clever, diese Ärzte.